Rund 800.000 Menschen in Sachsen-Anhalt tragen durch ihr freiwilliges Engagement zu einer lebendigen, solidarischen Gesellschaft bei. Freiwilliges Engagement stärkt Zusammenhalt, fördert Lebensqualität und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe – nicht als Ersatz staatlicher Leistungen, sondern als selbstbestimmter Beitrag zur Demokratie vor Ort. Besonders in ländlich geprägten Regionen kommt diesem Engagement eine zentrale Bedeutung zu.
Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt (LAGFA) unterstützt gemeinsam mit ihren Mitgliedsorganisationen freiwilliges Engagement in all seiner Vielfalt: als unentgeltliches, selbstbestimmtes und gemeinwohlorientiertes Wirken, das universal geltende Menschenrechte und verfassungsrechtliche Grundsätze achtet. Freiwilligenagenturen und Engagementzentren bringen Menschen zusammen, organisieren und vermitteln Engagementmöglichkeiten und setzen sich für die Rahmenbedingungen ein, die freiwilliges Engagement ermöglichen und stärken. Aus diesem Verständnis leiten sich für uns die folgenden engagementpolitischen Positionen ab: Positionspapier zur Stärkung freiwilligen Engagements und engagementfördernder Strukturen
1. Demokratiestärkung durch Engagement erfordert politischen Rückhalt Menschen, die sich freiwillig engagieren, stärken demokratische Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie erleben Selbstwirksamkeit und Teilhabe – stehen dabei jedoch zunehmend unter Druck: durch Anfeindungen, Polarisierung und ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima. Das spüren auch Freiwilligenagenturen und Engagementzentren in ihrer täglichen Arbeit. Wer Demokratie stärkt, verdient Schutz. Staat und Gesellschaft müssen Engagierten überall Rückhalt geben – sichtbar, spürbar, verlässlich.
2. Anerkennung braucht Struktur, Sichtbarkeit und Wirkung
Öffentliche Anerkennung engagierter Menschen ist Ausdruck von Wertschätzung und Motivator zugleich. Trotz zahlreicher Ehrungen auf Landesebene fehlt es oft an Transparenz, Abstimmung und strategischer Ausrichtung. Zielgruppen überschneiden sich, die Sichtbarkeit leidet. Eine wirksame Anerkennungskultur braucht klare Kriterien, transparente Prozesse und eine strategische Abstimmung – damit Engagement die Wertschätzung erfährt, die es verdient. Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen im Land Sachsen-Anhalt (LAGFA Sachsen-Anhalt) Freiwilliges Engagement lebt von Vielfalt – doch nicht alle haben die gleichen Chancen, sich einzubringen. Herkunft, Bildungsgrad, Einkommen oder Beeinträchtigungen können ebenso Barrieren sein wie fehlende Strukturen im ländlichen Raum. Damit Engagement wirklich offen für alle ist, braucht es niedrigschwellige, barrierefreie und gut erreichbare Angebote. Freiwilligenagenturen und Engagementzentren entwickeln dafür gemeinsam mit der LAGFA tragfähige Lösungen. Das Land ist gefordert, auf unterschiedliche Bedingungen flexibel zu reagieren und besondere Herausforderungen gezielt anzuerkennen und zu unterstützen.
3. Engagement braucht Zugänge für alle Nachhaltige
Engagementförderung gelingt nur mit stabilen Rahmenbedingungen und verlässlichen Ressourcen. Freiwilligenagenturen und Engagementzentren brauchen Planungssicherheit, um in allen Regionen des Landes wirken zu können. Dafür reicht ein Bekenntnis zur Engagementstrategie nicht aus – es braucht eine langfristige finanzielle Absicherung. Abgestimmte Programme, Förderrichtlinien und Mikroförderungen, die verschiedene lokale Gegebenheiten berücksichtigen, helfen dabei, nachhaltig planen zu können. Wir sind überzeugt, dass die Förderung freiwilligen Engagements nur als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe gut gelingen kann.
4. Engagementförderung braucht verlässliche Finanzierung und Rahmenbedingungen
5. Bürokratieabbau erleichtert Engagement Übermäßige Bürokratie hemmt freiwilliges Engagement, bindet Zeit und blockiert innovative Lösungen. Was Vereine und Initiativen brauchen, sind einfache Verfahren und verständliche Regelungen. Digitale und unbürokratische Verwaltungsabläufe schaffen Freiräume und setzen wertvolle Ressourcen frei. Freiwilligenagenturen und Engagementzentren setzen sich deshalb für den Abbau administrativer Hürden und eine transparente Kommunikation ein – damit Engagement einfacher wird und wirken kann.
Christine Sattler Vorstandsvorsitzende, Ulrike Eichentopf Co-Geschäftsführerin, Jan Greiner Co-Geschäftsführer LAGFA Sachsen-Anhalt e.V. Rathausstraße 13 06108 Halle (Saale) Tel: 0345 22 60 44 40 E-Mail: info@lagfa-lsa.de www.lagfa-lsa.de
